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Nasentamponaden / Wundheilung |
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Nasentamponaden können Patienten Angst machen. Dies sollte heute nicht mehr so sein, weil wir entweder auf Nasentamponaden verzichten können oder moderne, Patienten freundliche Materialien einsetzen.
Die Tamponade nach einer Nasen- und Nasennebenhöhlenoperation dient
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der Blutstillung,
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und wünschenswerterweise der Verhinderung der Entstehung von Verwachsungen oder einem erneuten Zuwachsen operativ geschaffener Öffnungen und
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ggf. zur inneren Stabilisierung des knorpelig-knöchernen Nasengerüstes, der Nasenmuscheln oder Weichteilstrukturen wie z.B. Schleimhautverschiebelappen bei entsprechender gleichzeitiger Operation.
Nasentamponaden wirken entweder über
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die Ausübung von Druck,
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eine Platzhalterfunktion durch Einnahme eines vorgegebenen Raumes,
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die Schaffung eines feuchten Milieus zur Gewährleistung des normalen Ablaufes der durch die Evolution optimierten körpereigenen Wundheilungsvorgänge (z.B. durch
Okklusion),
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die Ausübung einer Barrierefunktion,
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oder die Beeinflussung der körpereigenen Blutstillungs- und Reparationsprozesse.
Nasentamponaden können grob unterteilt werden in sogenannte Formkörpertamponaden (konventionelle Tamponaden), die als Ganzes eingebracht und wieder entfernt werden und sogenannte resorbierbare Tamponaden, auch hämostatische oder biologisch abbaubare Tamponaden genannt, die einem Zerfallsprozess unterworfen sind und entweder zerfallen, abgesaugt werden, sich auflösen oder ausgespült werden.
Am Ende der Operation muss sorgfältig geprüft werden, ob NT nötig ist, ob spezielle Risiken vorliegen, die für oder gegen eine NT sprechen. Dies sollte wenn möglich schon vor der Operation mit dem Patienten besprochen werden.
Nasentamponaden sind z.B. nötig
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bei Patienten mit Gerinnungsstörungen, die sich trotzdem einer NNH-Op unterziehen müssen,
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bei persistierender Blutung am Ende der Op trotz sorgfältiger Koagulation an erkennbar blutenden Stellen (diffuse Blutung).
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bei einem „erhöhten“ Nachblutungsrisiko
Manche Patienten haben sehr große Angst vor der tamponierten Nase und wollen eine NT auf jeden Fall vermeiden. Es muss dann in Kauf genommen werden, dass die Nase über Nacht eine blutige Sekretion aufweist, die den Patienten verunsichern kann. Andererseits ist auch nach dem Einbringen einer NT eine teils blutige Sekretion anterior und posterior nicht ungewöhnlich.
Wichtig ist:
Nasentamponaden vermeiden, welche die Schleimhaut schädigen und zu Schmerzen und Blutungen beim Entfernen führen.
Wenn nötig, sollten heute nur noch Tamponaden mit glatter Oberfläche verwendet werden.
Der Einsatz sogenannter auflösbarer Tamponaden kann derzeit noch nicht abschließend bewertet werden. Manche Materialien fördern die ungünstige Narbenbildung.
Das Zukleben der Nase (sogenannte Okklusion) als Methode der Nachbehandlung fördert die Abheilung der Wunde in der Nase.
An der Haut führt die Okklusion von Wundflächen zur Beschleunigung der Überhäutung, geringeren Narbenbildung, einem verbesserte ästhetischen Ergebnis und weniger postoperativen Schmerzen und Infektionen.
Das Zukleben der Nase beschleunigt den Wundverschluss und erleichtert die Nachbehandlung wesentlich, weil die Krustenbildung deutlich reduziert (oder gar nicht mehr vorhanden) ist und meist nur Blut- und Sekretreste abgesaugt werden müssen. Der Patient akzeptiert dies fast immer gut, weil er den Nutzen für sich versteht.
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Eine Nasentamponade muss bei Verwendung
geeigneter Materialien nicht unangenehm sein.
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Moderne Tamponade mit glatter Oberfläche,
die sehr leicht zu entfernen ist.;
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Eigene Veröffentlichungen zu diesem Thema:
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Beule AG, Weber RK, Kaftan H,
Hosemann W. Übersicht: Art und Wirkung geläufiger Nasentamponaden. Laryngorhinootol 83 (2004) 534-51
-
Weber R, Hay U. Ist die Nasentamponade noch zeitgemäß? Laryngo-Rhino-Otologie 82 (2003) 650-4
Weber R, Keerl R, Hochapfel F, Draf W, Toffel PH (2001) Packing in endonasal surgery.
Am J Otolaryngol 22: 306-20
-
Weber R, Hochapfel F, Leuwer R, Freigang B, Draf W (2000) Tamponaden und Platzhalter in der endonasalen Chirurgie. HNO 48: 240-56
-
Weber R, Hochapfel F, Draf W (2000) Packing and stents in endonasal surgery.
Rhinology 38:49-62
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Weber R, Keerl R, Huppmann A, Draf W, Saha A (2000) Wound healing after endonasal sinus surgery in time lapse video. In: Stamm AC, Draf W (Ed.) Microscopic and endoscopic surgery of the nose and sinuses. Springer Heidelberg New York, S. 329-346.
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Weber R, Keerl R (1998) Healing in the nasal mucosa. J Wound Care 7:101-2
-
Weber R, Keerl R, Schick B, Huppmann A, Draf W (1996) Der Einfluß der Nachbehandlung auf die Wundheilung nach endonasaler Nasennebenhöhlenoperation.
Laryngol Rhinol Otol 75: 208-14.
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Weber R, Keerl R, Jaspersen D, Huppmann A, Schick B, Draf W (1996) Computer-assisted documentation and analysis of wound healing of the nasal and esophageal mucosa. J Laryngol Otol 110:1017-21
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Weber R, Keerl R (1996) Einsatz moderner Bild-Datenverarbeitung in der klinisch rhinologischen Forschung. Eur Arch Otorhinolaryngol Suppl I:271-296
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Weber RK. [Nasal packing and stenting]. Laryngorhinootologie. 2009 May;88 Suppl 1:S139-55.
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Weber RK. Nasal packing and stenting. GMS Curr Top Otorhinolaryngol Head Neck
Surg. 2009;8:Doc02.
Informationsblatt und Aufklärung zur Nasentamponade
(download als PDF-File)
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Nasentamponaden nach Operationen sind oft entbehrlich, manchmal sehr hilfreich. Die Kenntnis aller Materialien hilft, das jeweils optimale Tamponade für den Patienten zu wählen.
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