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Zusammenfassung
Nasentamponaden sind unverzichtbares
Rüstzeug des HNOArztes, weswegen der aktuelle Stand zu Einsatz, Nutzen und Risiken
von Nasentamponaden und Stents wiedergegeben wird. In
der endonasalen Chirurgie sollten nach individuellem
Abwägen der Notwendigkeit nur noch solche konventionellen Nasentamponaden
eingesetzt werden, die eine glatte Oberfläche besitzen
und damit Schleimhautschädigungen, potenzielle Verschlechterung
der Wundheilung und Einschränkung des Patientenkomforts
minimieren. Die endonasale funktionelle endoskopische
NNH-Chirurgie impliziert moderne Verfahren der Nasentamponaden,
die sich vom alten Formkörper, der Druck ausübt und
Raum einnimmt, lösen (müssen). Die sog.
hämostatischen/
resorbierbaren
Materialien sind ein erster, allerdings noch nicht ausreichender Schritt in diese Richtung, da sie zu vermehrten
Synechien führen und teilweise Fremdkörperreaktionen aufgrund
Inkorporation in die Schleimhaut auslösen. Das Zukleben
der Nase ist eine einfache und sehr effektive Methode zur Schaffung
eines feuchten Milieus zur Optimierung der endonasalen
Wundheilung und Therapie einer trockenen Nase. Ein Stenting
der Stirnhöhle wird nur dann empfohlen, wenn es operativ nicht
gelingt, eine ausreichend weite, physiologische geformte und in
weiten Teilen mit Schleimhaut bedeckte Stirnhöhlendrainage zu
realisieren.
1 Einleitung
Nasentamponaden sind unverzichtbares
Rüstzeug des HNOArztes. Dabei ist es notwendig, trotz der zunehmenden Vielfalt
verfügbarer Produkte die wesentlichen, auf dem Markt befindlichen
Materialien zu kennen und bewerten zu können, wobei die
nachfolgende Übersichtsarbeit eine Hilfe sein will. Sie ist eine
Aktualisierung der Übersichtsarbeiten von Weber et al. [1] und
Beule et al. [2] aus den Jahren 2000 bzw. 2004. Unter besonderer
Berücksichtigung der Literatur der Jahre 2000 bis 2008 wird der
aktuelle Stand zu Einsatz, Nutzen und Risiken von Nasentamponaden
und Stents wiedergegeben.
Die Tamponade der Nase dient
-
der Blutstillung bei Nasenbluten und nach operativen Eingriffen
in der Nase,
-
zur inneren Stabilisierung des
knorpelig-knöchernen Nasengerüstes, der Nasenmuscheln oder Weichteilstrukturen wie
z. B. Schleimhautverschiebelappen,
-
der Verhinderung der Entstehung von Synechien oder
Restenosierungen, insbesondere nach Nebenhöhlenoperationen.
Hier sollen vor allem eine längere Liegedauer der Tamponade
[3], die Verwendung speziell geformter Platzhalter [3–5]
oder der Einsatz spezieller Materialien [6] sinnvoll sein.
Ein allgemein akzeptierter Standard, welches Material zur Tamponade
verwendet werden, wie lange die Tamponade liegen und
bei welchen Indikationen diese erfolgen soll, besteht nicht [1, 2].
Nasentamponaden wirken entweder über
-
die Ausübung von Druck,
-
eine Platzhalterfunktion durch Einnahme eines vorgegebenen
Raumes,
-
die Schaffung eines feuchten Milieus zur
Gewährleistung des normalen Ablaufes der durch die Evolution optimierten
körpereigenen Vorgänge (z. B. durch Okklusion),
-
die Ausübung einer Barrierefunktion,
-
die Induktion oder Beeinflussung der
körpereigenen Blutstillungs- und Reparationsprozesse.
Die Verwendung von Nasentamponaden ist in verschiedenen
Ländern sehr unterschiedlich. So haben als Formkörpertamponaden
(= FKT) in Deutschland Gummifingerlinge den höchsten
Anteil, in den USA sind es die merocelartigen PVA-Tamponaden,
in England wird neben PVA auch Telfa häufiger verwendet, in
China kommen Alginatstreifen sehr häufig zum Einsatz. Dies
hängt vermutlich mehr mit der primären Verfügbarkeit und
dem Marktangebot zusammen als mit wirklich inhaltlichen und
tamponadespezifischen Faktoren, da umfassende vergleichende
Untersuchungen nicht vorliegen.
Grundsätzlich ist –mehr international als national – die Tendenz
stark, bei möglichst vielen Indikationen auf eine NT
überhaupt zu verzichten, wobei der Komfort des Patienten als Hauptgrund
anzusehen ist.
Die Materialvielfalt ist so groß, dass die nachfolgende Einteilung
zwar nicht umfassend befriedigend ist, aber doch sinnvoll erscheint,
um Übersicht zu gewinnen. Es sollen im Folgenden nur
die aus Sicht des Autors national und international relevanten
NT eingehender besprochen werden.
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