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Diagnose der infektiösen Mononukleose
Während die infektiöse Mononukleose zunächst nur symptomatisch behandelt wird, sollte bei der
differen-
tialdiagnostisch zu bedenkenden
Streptokokkenbedingten Pharyngotonsillitis eine antibiotische Therapie erfolgen. Ein Peritonsillarabszeß verlangt ggf. zusätzliche operative Maßnahmen (Punktion, Inzision und
Sprei-
zung, Operation mit Tonsillektomie). Deshalb ist eine möglichst rasche Diagnosesicherung wichtig (Tabelle 2).
| Tabelle 2: Diagnostik bei Verdacht auf infektiöse Mononukleose
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- HNO-ärztliche Untersuchung,
- Nasopharyngoskopie,
- Mononukleoseschnelltest (wenn positiv = ausreichend),
- Differentialblutbild (Quotient Lymphozyten / Leukozyten > 0,35?)
- EBV-spezifische Antikörper (wenn Mononukleoseschnelltest negativ)
- Transaminasen (Leberbeteiligung, oft erhöht)
- Oberbauchsonographie (Milzgröße, nahezu immer vergrößert)
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Der einfachen Nasopharynxuntersuchung (flexible Optik oder dünne 0°-Optik transnasal nach Abschwellen der Nase, 70°-Optik transoral) kommt in Ergänzung zur enoralen Inspektion hierbei eine wichtige Rolle zu. Während sich bei 92,3% von 26 Patienten mit IM ein pathologischer Nasenrachenbefund (Vermehrung des lymphatischen Gewebes mit fibrinöser Oberfläche) nachweisen ließ, war dies bei akuter
Tonsilltis/Peritonsillarabszeß in 0% der Fall, entsprechend einer Sensitivität von 92,3% und einer
Spezifität von 100% [27].
Zusätzlich helfen der Mononukleoseschnelltest sowie das Verhältnis von Lymphozyten zu Leukozyten bei der Diagnosestellung unter Nachtdienstbedingungen.
Wenn die Differenzierung anhand des klinischen Bildes mit Schwellung und Rötung der
Pharygotonsillarregion, Belägen auf den Mandeln und der Lymphknotenschwellungen nicht eindeutig ist, werden zur Sicherung der Diagnose Laboruntersuchungen herangezogen [4, 8, 13, 15, 20, 23,
24].
Als typisch für die IM gelten Befunde im peripheren Blut wie eine absolute Lymphozytose und das
Vorkommen von mindestens 10% atypischer Lymphozyten [7, 16], die jedoch oft nicht nachzuweisen sind [12].
In einer aktuellen Arbeit haben Wolf et al. [28] mittels einer retrospektiven Auswertung der Daten von 120 Patienten mit Mononukleose und 100 Patienten mit einer bakteriellen Tonsillitis das Verhältnis zwischen Lymphozytenpopulation und gesamten weißen Blutzellen analysiert. Hierbei zeigte sich, daß der Lymphozytenanteil bei
Mononuklesose signifikant höher war als bei bakterieller Tonsillitis (durchschnittlich 54% versus 10%). Ein Anteil von 35% zeigte mit einer Spezifität von 100% und einer Sensitivität von 90% das Vorliegen einer Mononukleose an.
Serologische Untersuchungen [24]
Am einfachsten ist der Nachweis infektionstypischer, aber nicht virusspezifischer heterophiler Autoantikörper im Hämagglutinations-Test. Dieser echte Schnelltest steht in einer Vielzahl kommerziell erhältlicher Varianten nach
Hanganutziu-Deicher, Paul-Bunnell oder Wöllner zur Verfügung. Die heterophilen Antikörper erscheinen mit Krankheitsbeginn und verschwinden nach der Abheilung. Sie stellen daher einen Pathogenitätsmarker dar. Dem entspricht, daß bei Kleinkindern, bei denen die Stimulation von Autoantikörpern noch gering ist und der Infektionsverlauf meist subklinisch bleibt, der Test oft negativ ausfällt.
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